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DER WIENER HOCHFLUGTAUBENSPORT

 

Der Wiener Hochflugtaubensport ist eine echte Wiener Spezialität und lässt sich einige Jahrhunderte in Wien zurück verfolgen, er ist ohne Zweifel eine der ältesten Wiener Liebhabereien, die mit dem Altwienertum innig verflochten sind. Keine Tierliebhaberei hatte damals in Wien so an Umfang und Verbreitung gewonnen, wie die der Wiener Hochflugtauben.

Der Hochflugtaubensport ist gewissermaßen eine Leidenschaft. Wer sich einmal für die Hochflugtaube entschied, wird sich kaum mehr für eine andere Rasse entschließen. Die Gründe hiefür liegen nicht zuletzt darin, dass der Wiener Hochflieger außer seinem Temperament, das er beim Fliegen zeigt, auch im Schlag durch seinen feinen zarten Schnitt und die markante stolze Figur, seinen Liebhabern besonders große Freude macht. Die Wiener Hochflugtaube ist die kleinste und schnittigste unter den Hochflugtauben und bietet Vorzüge, die andere Rassen vermissen lassen. Jeder Wiener Züchter hat wohl unstreitig das Bestreben, einen möglichst feinen, schnittigen Stamm zu besitzen, der auch im Flug etwas leistet. Wie sollte dies aber erreicht werden, wenn man keine Schönheitstiere mit zum Flug anhalten wollte? Die Ansicht, Schönheit gehöre nicht zum Hochflug, kann ich eigentlich nicht teilen. Schönheit und Leistung lassen sich im vernünftigen Sinne sowohl vereinigen.

Den Hochflugtaubensport im idealen Sinne durchzuführen, ist ein Gebiet, das sehr viel Verständnis zum Besten der Tiere erfordert und nicht jedermanns Sache sein kann. Darum sollte jeder, der nicht in erhöhten Maße Tierfreund ist, vom Hochflugtaubensport ablassen. Eine saubere Schlagführung und für jede einzelne Taube muss eine Sitzgelegenheit (Sitzbrett) bestehen, damit sich die Tauben nach dem Hochflug ausruhen können. Der Taubenschlag (Taubenhaus) muss so gebaut sein, dass er trocken und zugfrei ist. Die Ausflugsklappe (Jaukkasten) sollte südöstlich oder in südlicher Richtung angebracht sein. Die Innenklappe des Jaukkastens, welche aus Plexiglas besteht, muss bei Schlechtwetter und auch jeden Abend geschlossen werden, um das Eindringen von Raubzeug zu verhindern. In waldreichen Gegenden in denen sich die Greifvögel fast schon gegenseitig fressen darf kein Hochflugtaubensport betrieben werden, es wäre Tierfrevel im höchsten Maße. Es käme auch kein schulmäßiger Hochflug zustande, dass wäre nur möglich, wenn die Tauben, wie normalerweise mit Freude fliegen würden, aber nicht mit Angst, denn sie kennen ihre Feinde besonders gut. Bei Schlechtwetter (starkem Regen oder Schneefall) und starkem Wind, bleiben die Tauben natürlich im Schlag.

Der Wiener Hochflugtaubensport wird nur vom Heimatschlag der Tauben bei optimalen Flugwetter betrieben. Der Jauker dirigiert seine Taube mit einem langen Stab von den im Taubenschlag angebrachten Sitzbrettern in dem Jaukkasten (Jagekasten). Die Innklappe des Jaukkasten wird geschlossen, der Jauker (Hochflugsportler) spricht mit seinen Tauben, sie sehen ihn oft an, als würden sie jedes einzelne Wort verstehen, die meisten hängen schon am Pracker (Abfluggitter). Unter Bedachtnahme der Abflugzeit, zieht der Jauker dem Seilzug der Abflugklappe, welche durch die besondere Konstruktion exakt aufschnellt. Der Stich fliegt ab und versucht sich so rasch wie möglich zusammeln und gemeinsam mit kurzen schnellen Flügelschlägen mit aufwärts gerichtetem Körper, sich schnell in die Höhe zu schrauben, so dass er in 7 bis 10 Minuten die Preishöhe erreicht. Kippen, Achterschleifen und scharfes Tempofliegen in festgeschlossener Formation, werden dort oben, wie auf ein Kommando ausgeführt. Ein wunderbarer Anblick bietet sich dem Betrachter, wenn bei klarem Wetter der Stich solch eine Höhe erreicht hat, dass man ihn nur noch beim Kippen in der Morgensonne, wie einen Stern aufblinken sieht. Dieses Schauspiel ist immer ein Erlebnis, das kein Hochflugsportler vergisst.

Die Krönung des Hochfluges ist das Unsichtbarwerden des Stiches in Höhen, in denen die Tauben selbst mit einem Fernglas nicht mehr zu sichten sind. Hier sieht man sie nicht mehr senkrecht über den Schlag, sie verschwinden und werden erst nach längerer Zeit wieder sichtbar. Meist mach 3 bis 3,5 Stunden kehrt dann der rasante Stich ganz schnell aus der unheimlichem Höhe zurück, dreht noch ein paar kurze Runden um den heimatlichen Schlag um auf den Jagekasten, oder unter Umständen auf dem Dach des Taubenschlages zu landen, sich das Federkleid durchzuschütteln, einzurichten und durch den Einsprung (Schuber im Jagekasten) im Taubenschlag zu verschwinden. Solch spannende Flugspiele haben schon viele Hochflugsportler immer wiederum  fasziniert.

 

 

Um der vorigen Jahrhundertwende war die Begeisterung dermaßen groß, dass an sonnigen Tagen bis zu 250 Hochflugschwärme über Wien zu sehen waren. Zu dieser Zeit befassten sich in 12 Wiener Tümmler Hochflugtaubenvereinen mit bis zu 1000 Personen aus allen gesellschaftlichen Schichten mit der Wiener Taubenzucht und dem Hochflugsport.

 

 

Die schon legendären Wiener Preishochflüge werden jährlich in der Zeit vom 1. Mai bis 31. August durchgeführt und nach den von "KOMITEE DER VEREINIGTEN WIENER TÜMMLER HOCHFLUGTAUBENVEREINE IN WIEN" (Verband der Wiener Tümmler und Hochflugtauben) erstellten Hochflugregeln (früher Jaukbestimmungen) ausgetragen und nach den jeweils erstellten Hochflugprotokollen der Jahres Hochflugsieger ermittelt.

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Ein alter Jauker-Spruch

Es gibt nur eine Weltstadt, es gibt nur ein Wien, wer einen rasanten Hochflug erleben will, der fahre dort hin.

 

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